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John Litton BAROÏ hat die Lieder geschrieben. Die 9 Songs sind der Folklore seiner Heimat verpflichtet. Die asiatische Sprache der Musik erinnert an ferne indische Städte, Menschen und Lebensweisen. Das Arrangement der Songs jedoch haben wir Pierre VERVLOESEM zu verdanken, der auch Gitarre und Bass spielt und die Rhythmusmaschine programmiert hat.
Worldmusik im besten Sinne. Viele typische Markenzeichen hinterasiatischer Musik trägt "Zala Zala". Der Kehlkopfgesang, Tablas, die kompositorischen Ideen, die Gesanglinien, das emotionale Gefüge.
Ergänzend dazu hat Pierre VERVLOESEM wieder einmal bewiesen, dass er einer der ganz großen Arrangeure ist. Die kraftvolle, harmonische, elegante (und keineswegs billige) Popmusik ist von großer Kunst. Ob unter John Litton BAROÏ´s Gesang nun ein großherziger Reggae-Rhythmus, melancholische Tabla-Figuren oder ein harter, aber nicht belangloser triphop/dancebeat für aufregenden Groove sorgen - stets habe ich den Eindruck, dass die Songs nicht besser in Fahrt gebracht sein könnten.
Zusätzlich gibt es rocktypisches, dass den perfekten Eindruck macht. Die Gitarre hält sich nicht zurück, Keyboards ziehen weite Spuren, der Bass setzt sich in den Vordergrund und markiert einen instrumentalen Part.
Und wenn darüber ein schweres Schlagzeug-Gerüst gebaut wird, von John Litton BAROÏ´s Gesang sympathisch angetrieben und dem ultratiefen Blubber-Bass knapp und auf den Punkt untermauert, kann Worldmusic nicht besser popmusikalisch klingen.
Keine langweiligen Eintönigkeiten nerven. Vielmehr gibt es allerorten witzige Motive, die entdeckt werden wollen, zum Beispiel im Titelsong, in dem der Rhythmus aussetzt und die Reggae-Figur verzögert und stark verhallt den Knall der wieder loslegenden drummachine markiert. Das geht runter wie Öl.
Ein schönes Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit von Orient und Okzident, die hoffentlich überall gekauft werden kann. Unbedingt - und laut - reinhören!

Deutschland - RAGGAZZI - Volkmar MANTEI